Jesus wird verurteilt
Lesen
»Doch jetzt ist eure Stunde gekommen, und die Finsternis tritt ihre Herrschaft an.«
– Lukas 22, 53
Fragen
Wirkt diese Verhaftung, der Prozess und das Urteil gerecht? Warum oder warum nicht?
Die Anklagen gegen Jesus wurden von den religiösen Führern erhoben. Was war ihr Anliegen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du Zeuge dieser Ereignisse wärst?
Hast du je darüber nachgedacht, wie viele biblische Figuren im Gefängnis saßen?
Paulus und Silas, Jeremia, Joseph, Johannes der Täufer, die Apostel, Daniel – nur einige Namen. Warum wurden sie verhaftet? War es gerecht? Waren sie skrupellose Kriminelle, oder stießen sie auf etwas Mächtiges, das sich bedroht fühlte?
Auch unsere heutigen Justizsysteme sind nicht unfehlbar. Falsche Zeugen, manipulierte Beweise, voreilige Urteile. Wir hören von Menschen, die Jahrzehnte später dank DNA entlastet werden. Wir sehen politische Geflüchtete, die nach Jahren wieder auftauchen, weil die Mächtigen gewechselt haben. Selbst in besten Absichten kann Recht zu Unrecht werden.
Jesus nahm die Last dieser Ungerechtigkeit auf sich. Er wurde verurteilt in einem System, das sich selbst bedroht fühlte. Falsche Zeugen traten gegen ihn auf. Als man ihn zu Pilatus brachte, fragte dieser: „Was hat er getan?“
Doch als die Menge „kreuzige ihn!“ rief, bedeutete das: In wenigen Stunden würden sie zusehen, wie er starb – nicht auf Bildschirmen, nicht in Stadien, sondern am Straßenrand, während sie ihre alltäglichen Aufgaben erledigten.
Meditation
Ich glaube an die Fähigkeit des Menschen zu Güte und Mitgefühl.
Doch ich kenne auch unsere Schattenseite, wenn wir als friedfertige Menschen zu kaltblütigem Töten greifen.
Hier ein kleiner Ausschnitt von Jesu „Verbrechen“, oder Gründe, warum Menschen dem Geschenk Gottes In Jesu Leben entgegenstehen:
Gerechtigkeit wiederherstellen und Unrecht geradebiegen
Menschen ihre Würde zurückgeben
Auf Gewalt verzichten
Systeme hinterfragen
Ressourcen und Reichtum neu denken
Radikal und grenzenlos lieben
Dies sind nur einige der Dinge, die Menschen dazu veranlassen, das Geschenk Gottes zu zerstören.
»Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. Deshalb hat der die größere Schuld, der mich dir ausgeliefert hat.«
Johannes 19, 11